VPN-Werkzeug
WireGuard und AllowedIPs verständlich erklärt
Wichtige Begriffe
VPN: Ein verschlüsselter Tunnel zwischen Geräten oder Netzwerken.
WireGuard: Eine moderne VPN-Technik, die schlank, schnell
und stabil ist.
Peer: Ein Teilnehmer in WireGuard. Ein Server kann ein Peer sein,
ein Client ebenfalls.
Private Key: Der geheime Schlüssel eines Peers.
Er bleibt auf dem jeweiligen Gerät.
Public Key: Der öffentliche Schlüssel eines Peers.
Andere Peers brauchen ihn, um die Gegenstelle zu erkennen.
Endpoint: Die Adresse, unter der ein Peer erreichbar ist,
zum Beispiel die IP oder Domain des VPS.
AllowedIPs: Eine der wichtigsten Einstellungen in WireGuard.
Sie steuert Routing und Peer-Zuordnung.
AllowedIPs sind nicht einfach nur „eine IP-Adresse“
AllowedIPs erfüllen in WireGuard zwei wichtige Aufgaben gleichzeitig:
- Sie beschreiben, welche Adresse oder welches Netz zu einem Peer gehört.
- Sie entscheiden, welcher Traffic durch welchen Tunnel geschickt wird.
Serverseitig: Identität und Zuständigkeit
Auf dem WireGuard-Hub sagt ein Peer-Eintrag zum Beispiel:
[Peer Client1]
AllowedIPs = 10.0.0.2/32
Das bedeutet: Die WireGuard-Adresse 10.0.0.2 gehört genau zu diesem Peer.
Traffic zu dieser Adresse wird zu diesem Peer geschickt.
Eine einzelne WireGuard-IP darf serverseitig nicht mehrfach an verschiedene Peers
vergeben werden.
Wenn zwei Peers dieselbe AllowedIP bekommen, wird die Zuordnung unklar.
WireGuard kann Traffic dann falsch zuordnen oder an eine Gegenstelle schicken,
die gar nicht gemeint war.
/32 und /24 kurz erklärt
/32 bedeutet bei IPv4: genau eine einzelne Adresse.
Beispiel: 10.0.0.2/32.
/24 beschreibt ein ganzes IPv4-Netz mit 256 Adressen,
von denen in typischen Netzen 254 nutzbar sind.
Beispiel: 10.10.10.0/24.
Peer mit dahinterliegendem Netzwerk
Ein Peer kann auch für ein ganzes Netz zuständig sein, wenn hinter ihm weitere Geräte
oder Subnetze erreichbar sind.
[Peer Heimnetz]
AllowedIPs = 10.0.0.10/32, 10.10.10.0/24
Das bedeutet: Der Peer selbst hat die WireGuard-Adresse 10.0.0.10.
Zusätzlich ist über diesen Peer das Netz 10.10.10.0/24 erreichbar.
Auch solche Netze dürfen nicht wild doppelt bei mehreren Peers auftauchen.
Sonst weiß der Hub nicht sauber, über welchen Tunnel dieses Netz erreicht werden soll.
Clientseitig: Was soll durch den Tunnel?
Auf dem Client entscheidet AllowedIPs, welche Ziele über den WireGuard-Tunnel gehen.
Full Tunnel:
AllowedIPs = 0.0.0.0/0
Das bedeutet: Der gesamte IPv4-Traffic soll durch den Tunnel gehen.
Auch normaler Internetverkehr läuft dann über WireGuard.
Split Tunnel:
AllowedIPs = 10.10.10.0/24, 10.10.20.0/24
Das bedeutet: Nur diese Netze gehen durch den Tunnel.
Alles andere läuft normal über die lokale Internetverbindung des Clients.
Was passiert bei einer Anfrage?
Wenn dein PC eine Verbindung aufbauen will, prüft das Betriebssystem sinngemäß:
- Passt die Ziel-IP zu den AllowedIPs des WireGuard-Interfaces?
- Wenn ja: Traffic geht in den Tunnel.
- Wenn nein: Traffic geht über den normalen Netzwerkweg.
Deshalb kann eine Verbindung scheinbar „aktiv“ sein, aber der Zugriff trotzdem
nicht funktionieren: Der Tunnel steht, aber das Routing über AllowedIPs passt nicht.